Die Volksschule



Die älteste Nachricht von einer Schule in Eibiswald findet sich in einem lateinischen Kirchenprotokoll aus dem Jahr 1617 und lautet in deutscher Übersetzung:

"Der Mesner heißt Andreas Zickeler, der zugleich Schullehrer ist. Er dient hier für neun Jahre, läutet zum Englischen Gruß und zum Gebet für die Verstorbenen und genießt für diesen Dienst eine Collektur von 20 Gulden. Was sein Amt als Schullehrer betrifft, so hat er 6 bis 8 Schüler, denen er katechetischen Unterricht erteilt. Als Salärium erhält er von jedem 2 Gulden. Die Schule wird im Sommer nicht geführt."





Der alte Teil des heutigen Schulhauses wurde im Jahr 1872 auf der Liegenschaft des Johann Schuster, vulgo Hinreicher, Eibiswald56 erbaut. Als dieses Haus nach einem Zubau wieder zu klein wurde, verlegte man die Oberlehrerwohnung aus dem Schulhaus in das ortsschuleigene Nebenhaus Eibiswald55. Man sagt, es sei vorher einmal ein Gasthaus gewesen. Zur Dienstwohnung gehörte ein großer Gemüse- und Obstgarten und am Ufer des Herterbachls eine kleine, aus Holz gebaute Waschküche. Der Brunnen stand auch de durstigen Schulkindern zur Verfügung. Die Schulleiterwohnung hatte erst Direktor Friedrich Gröbl, später Dir. Johann Frass inne. Direktor Gröbl war der letzte "Regenschori" aus dem Lehrberuf.
Er bekam für jedes gesungene Amt einen Gulden und wirkte auch bei Begräbnissen mit





Das Wirtschaftsgebäude lag langgestreckt parallel zum Saggauufer. Dieses Nebengebäude diente fortan als Wohnung für den Schuldiener. Ein Einzelzimmer und eine Kleinwohnung wurden für Lehrerinnen ausgebaut. Das Mansardenzimmer bewohnte später eine Organistin, die nur mehr als "Fräulein Gisela" in Erinnerung älterer Marktbewohner blieb, und die vorrübergehend den scheidenden "Regenschori" ersetzte. Nach ihr kam Organist Johann Hammer.

Die Dienstwohnung Eibiswald 55 und Nebengebäude bestehen heute nicht mehr. Auch dieses Areal wurde wieder für einen Zubau der Volksschule gebraucht. Das neue, vergrößerte Haus wurde im Jahr 1973, demnach 100 Jahre nach dem Altbau, eingeweiht und beherbergte die VolksschuleI (früher Knaben Volksschule) und die VolksschuleII (früher Mädchenvolksschule).

Im Schuljahr 2004/2005 wurden beide Schulen zusammengelegt und werden seitdem von Direktor Alois Waclik geleitet.



VS-Eibiswald 2007